Der Städtetourismus in Niedersachsen beschert dem Land ein ordentliches Wachstum bei Übernachtungen und Gästezahlen. Zu diesem Ergebnis kommt das diesjährige Sparkassen-Tourismusbarometer, das heute der Sparkassenverband Niedersachsen (SVN) vorstellt. Die touristische Nachfrage in Niedersachsens Städten generierte 2009 einen Bruttoumsatz von knapp 6,2 Milliarden Euro. Davon fließen rund 2,2 Prozent als Steuereinnahmen direkt den Städten wieder zu. SVN-Präsident Mang ruft die Städte daher auf, in den Tourismus zu investieren.
„Vielen Städten ist nicht bewusst, wie hoch die Verzinsung des touristischen Euros in ihrer Stadtkasse ist. Sie sollten genau prüfen, ob in finanziell schwierigen Zeiten ausgerechnet die freiwilligen Leistungen im Tourismus dem Rotstift zum Opfer fallen sollten.“ So fasst Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, ein wesentliches Ergebnis des siebten Sparkassen-Tourismusbarometers zusammen, das der Verband heute in Hannover vorstellt. Die Studie hat in diesem Jahr den „Städtetourismus in Niedersachsen“ unter die Lupe genommen und in 21 niedersächsischen Städten sowie Bremerhaven ausgewertet. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: In den vergangenen zehn Jahren stiegen die Übernachtungszahlen in diesen Städten um knapp 30 Prozent. 6,18 Milliarden Euro Bruttoumsatz konnten allein im vergangenen Jahr verzeichnet werden, das Steueraufkommen beläuft sich auf 134 Millionen Euro. Im Durchschnitt geben die Gäste in den Städten 34,60 Euro pro Tag aus. Das Interessante dabei: Die Städte können durch entsprechende Marketingaktivitäten ihre Zielgruppen genau erreichen und für ihre Attraktionen werben. Denn die niedersächsischen Städteurlauber lassen sich eindeutig definieren, wie exklusive Befragungen ergeben haben.
Der Städteurlauber – das bekannte Wesen
Es handelt sich um einen „entschleunigten“, älteren, Ruhe suchenden Gast, der besonders die Kombination aus den Erlebnis- und Kulturangeboten der Stadt und dem Naturerleben im Umland bevorzugt. „Bei der Kooperation zwischen Stadt und Umland gibt es noch viel Potenzial. Aber auch die Städte untereinander können durch gezielte Zusammenarbeit Synergien heben und mehr Strahlkraft erzeugen, an der es derzeit noch mangelt“, fasst Thomas Mang ein weiteres Ergebnis zusammen. Das Tourismusbarometer biete an sich in diesem Jahr Anlass zu Optimismus. Wenn die niedersächsischen Städte die Empfehlungen nutzten, könnten sie national punkten und vermehrte Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
„Sofa-Tourismus“ übertrifft Gastgewerbe
Zu überraschenden Erkenntnissen kam auch eine groß angelegte telefonische Befragung zum Besucherverkehr bei Verwandten und Bekannten in Niedersachsen – auch „Sofa-Tourismus“ genannt. „Die privaten Übernachtungen bei Freunden, Bekannten und Verwandten in Niedersachsen sind ein nicht zu unterschätzendes Marktsegment“, betont Dr. Manfred Zeiner, Geschäftsführer des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) in München, das die Studie seit Jahren durchführt. „Dieser Markt ist mit 41,8 Millionen Übernachtungen um ein Viertel größer als der von registrierten Übernachtungen in gewerblichen Beherbergungsbetrieben.“
Potenziale nutzen und vermarkten
Auf diese und zahlreiche weitere ungenutzte Potenziale weist das Sparkassen-Tourismusbarometer Niedersachsen hin und bietet gleichzeitig Verbesserungsvorschläge und Handreichungen. „Wir geben den Kommunen und der Tourismuswirtschaft auch in diesem Jahr wieder Informationen an die Hand, um auch in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten Erfolge zu erzielen“, sagt Thomas Mang. Zwar steht das Bundesland insgesamt gut dar und konnte 2009 gegen den Trend ein Plus von 1,9 Prozent bei den Übernachtungszahlen verzeichnen – deutschlandweit gingen die Übernachtungen um 0,2 Prozent zurück. Dennoch könnten die Urlauber noch gezielter angesprochen werden. Der Trend zum Urlaub in Deutschland bestehe weiterhin, sagt Mang. Die größten Zuwächse bei den Übernachtungen in Niedersachsen hatten 2009 das Oldenburger Land (+ 6,3%), die Region Emsland-Grafschaft Bentheim
(+ 4,9%) und das Braunschweiger Land (+ 3,7%).
Die Analyse der so genannten „Wetterstationen“ ergab, dass Berge und Meer in der Gunst der Urlauber vorne liegen. Anhand dieser Einrichtungen kann abgelesen werden, welche Aktivitäten bei den Urlaubern besonders gefragt sind. Bergbahnen und Strandbesuche verzeichneten die höchsten Zuwächse, ebenfalls konnten Naturinfozentren, Zoos, Burgen und Museen ihre Besucherzahlen zwischen fünf und 15 Prozent steigern. Es besteht aber eine eindeutige Relation zwischen publikumswirksamen Veranstaltungen sowie der Vermarktung von Einrichtungen und dem Erfolg beim Publikum, stellt Manfred Zeiner bei seinen Untersuchungen immer wieder fest.
Gute Ideen sind machbar
Wie diese Aufgaben im Tourismus mit Lust und schwungvoll anzupacken sind, verdeutlicht Anke Meyer-Grashorn bei der Präsentation des Tourismusbarometers in Hannover. Die Münchner Innovationsberaterin erläutert den Zuhörern, wie man auf ausgefallene Ideen kommen kann, die sich von Mitbewerbern im Markt unterscheiden.
Für weitere Informationen:
Michael Schier
Pressesprecher
Sparkassenverband Niedersachsen
Schiffgraben 6 – 8
30159 Hannover
Telefon +49 511 3603-878
Telefax +49 511 3603-861
michael.schier@svn.de
Pressemitteilung vom: 02.06.2010
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